Wann Sie (besser keine) Klammern im Text setzen sollten

In diesem Artikel erfahren Sie, wie, wann und warum Sie runde Klammern im Text setzen können. Und wann Sie das lieber lassen sollten, wenn Sie einen lesbaren, verständlichen Text schreiben wollen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie runde Klammern im Text setzen können. Und wann Sie es lieber lassen sollten

Die deutsche Sprache hat viel mehr Satzzeichen zu bieten als nur Punkt und Komma. Und das Beste: Sie dürfen sie alle benutzen. Doch wie so oft ist es die Dosis, die das Gift oder das Heilmittel macht: Sparsam eingesetzt können manche Satzzeichen Ihren Text veredeln und lesbar machen. Zu viele können ihn aber garantiert versauen. Eines davon: die runde Klammer.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie, wann und warum Sie runde Klammern im Text setzen können. Und wann Sie es lieber lassen sollten (zumindest, wenn Sie einen lesbaren, verständlichen Text schreiben wollen). Außerdem geht es um Liebesbriefe und geistige Blähungen.

Am Ende finden Sie eine kleine Checkliste, die Ihnen beim Umgang mit runden Klammern helfen kann. Doch bis dahin erst mal alles, was Sie über die runde Klammer wissen sollten:

Die runde Klammer

Die runde Klammer „( )“ ist ein sogenanntes „paariges Satzzeichen“. Das heißt: Eine Klammer wird geöffnet und dann wieder geschlossen. Wenn Sie ein „(“ benutzen, brauchen Sie also auch immer ein „)“.

Wann Sie runde Klammern im Text benutzen können

Sie können runde Klammern vor allem dann benutzen, wenn Sie Beschreibungen, Zusätze und Nachträge aller Art deutlich vom übrigen Text abgrenzen wollen. Ein paar Beispiele:

  • „In Frankfurt (Main) ist es windiger als in Frankfurt (Oder).“
  • „Rentner Manfred J. (86 Jahre) ist verzweifelt.“
  • „Grünes Gemüse gilt allgemein als gesund (es gibt aber immer noch einige, die das anders sehen).“
  • „„Männer (12 %) essen seltener grünes Gemüse als Frauen (85 %).“
  • „Ich habe kein (!) Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit Ihnen.“

Sie dürfen auch einen Wortteil ausklammern. Dann kommt hinter das ausgeklammerte Wort meistens ein Bindestrich. „Das (Dosen-)Bier war alle.“

Alternativ zur runden Klammer können Sie oft auch Gedankenstriche („–“) oder Kommas setzen. Doch das ist nicht immer sinnvoll. Warum? Das erfahren Sie im Teil „Warum die runde Klammer praktisch ist“.

Aus grammatikalischer Sicht ist eines wichtig: Das, was in der Klammer steht, ist eine eigenständige Einheit im Satz. Sie ist unabhängig vom restlichen Satz. Ihr Satz muss auch dann Sinn ergeben, wenn der Klammerzusatz fehlt.

Wie Sie runde Klammern verwenden sollen (Zeichensetzungsregeln)

Folgende Regeln müssen Sie beachten, wenn Sie runde Klammern setzen wollen:

  • Das erste Wort in der Klammer wird kleingeschrieben (das gilt auch dann, wenn in der Klammer ein vollständiger Satz steht).
    • Eine Ausnahme: Das erste Wort in der Klammer ist ein Hauptwort (Hauptwörter werden nämlich immer großgeschrieben).
  • Sie dürfen Fragezeichen und Ausrufezeichen in der Klammer verwenden (zum Glück?!).
  • Vor der öffnenden und nach der schließenden Klammer wird ein Leerzeichen gesetzt: „Das (und das meine ich ernst) ist die Wahrheit.“
  • Nach der öffnenden und vor der schließenden Klammer wird kein Leerzeichen
    • Also nicht: „Das ( und das meine ich ernst ) ist die Wahrheit.“
    • Eine Ausnahme: Sie klammern einen Wortteil Dann steht hinter der schließenden Klammer kein Leerzeichen: „Das (Dosen-)Bier war alle“.

Das waren die Regeln. Wie sieht es mit der Schreibpraxis aus? Das erfahren Sie im Rest dieses Artikels. Als Erstes erfahren Sie, warum runde Klammern (manchmal) praktisch sind.

Warum runde Klammern praktisch sind

Schauen Sie sich einmal diesen Satz an (nach Staaden, 2016, S. 107):

„Die Landwirte ernten Getreide, Gerste, Roggen und Weizen, Gemüse, Kartoffeln, Zuckerrüben und Sellerie, und Obst, Erdbeeren und Pflaumen.“

So eine Aufzählung ist nicht nur unübersichtlich, sondern auch fehleranfällig. Sie könnten nämlich das vorgeschriebene Komma vor dem „und“ bei „Sellerie, und Obst“ vergessen. Dann wäre die Aufzählung falsch strukturiert: Das Obst würde auf einmal zum „Gemüse“ gehören, was natürlich Unsinn ist.

Viel besser ist es also, diese Aufzählung mit Klammern zu gliedern (Staaden, 2016, S. 107):

„Die Landwirte ernten Getreide (Gerste, Roggen und Weißen), Gemüse (Kartoffeln, Zuckerrüben und Sellerie) und Obst (Erdbeeren und Pflaumen).“

Jetzt ist die Aufzählung sinnvoll: Zu jedem Oberbegriff („Getreide“, „Gemüse“ und „Obst“) werden die Unterbegriffe in den Klammern genannt. Die Aufzählung ist übersichtlich und der Satz hat eine Fehlerquelle weniger.

Steffi Staaden (2016, S. 107), von der dieses Beispiel stammt, denkt, dass runde Klammern noch einen weiteren Vorteil haben, und zwar dann, wenn ein Satz lang und komplex ist: Sie meint, dass runde Klammern dem Gehirn dabei helfen, Zusatzinformationen in den Klammern aufzunehmen und dabei auf das Wesentliche konzentriert zu bleiben. Das hilft, ihrer Meinung nach, dabei, den Satzinhalt besser zu verstehen und zu verarbeiten.

Das klingt auch sinnvoll. Wenn Sie die Klammer nutzen, um Zusatzinformationen im Satz zu platzieren, die im Satz selbst keinen sinnvollen Platz haben, dann kann die Klammer Ihrem Leser signalisieren: „Achtung, da kommt etwas Zusätzliches, was du aber nicht weiter beachten musst, um den Satz zu verstehen!“.

Der Geist des Lesers scheint sich beim Lesen nämlich immer weitervorwärts zu tasten“: Selbst, wenn Ihr Auge gerade auf ein Wort fixiert ist, kann das schon ein bisschen „vorverarbeitet“ werden, was rechts vom momentanen Wort ist (Kliegl, Nuthmann & Engbert, 2006). Satzzeichen können also auch als „Markierungen“ gesehen werden: kleine Hinweise im Text, wie es weitergehen könnte. So können Sie Ihren Leser durch Ihren Text führen.

Führen Sie Ihren Leser durch den Text – mit runden Klammern

Im letzten Absatz habe ich einen Literaturbeleg in Klammern gesetzt („Kliegl, Nuthmann & Engbert, 2006“). Runde Klammern sind ein sinnvoller Ort für Literaturbelege. Warum? Weil Ihnen die öffnende runde Klammer schon während des Lesens „mitteilt“, was gleich kommen wird: etwas, das auch überlesen werden darf. Sie können dann selbst entscheiden, ob Sie das lesen wollen, was in der runden Klammer steht, oder lieber weiter im eigentlichen Text lesen möchten.

Das ist übrigens ein Grund, warum es sinnvoll ist, Literaturbelege in Klammern zu setzen und nicht mit Fuß- oder Endnoten zu arbeiten: Wenn Ihr Leser nämlich weiß, dass Sie Literaturbelege in Klammern setzen und nicht mit Fußnoten arbeiten, dann kann er sich beim Lesen immer dann bewusst entscheiden, den Literaturbeleg zu lesen oder zu ignorieren, sobald er eine öffnende runde Klammer sieht. Wenn er sich entscheidet, die Klammer zu ignorieren, bleibt er im Text und somit im Lesefluss. Bei Fuß- oder Endnoten geht das nicht. Wenn Ihr Leser sich dann entscheidet, den Literaturbeleg zu lesen, muss er sich entweder ans Seitenende oder in den Anhang des Buches bewegen. So kommt er raus aus dem Lesefluss. Im schlimmsten Fall weiß er beim Zurückkehren in den Text nicht mehr, wo er war, muss den letzten Satz wieder suchen und verliert dabei Zeit.

Das heißt: Sie können die Markierungsfunktion der öffnenden runden Klammer gezielt nutzen, um Ihren Leser durch Ihren Text zu führen. Er sieht, dass gleich eine Zusatzinformation kommt, die er auch gerne ignorieren darf. Das funktioniert aber nur dann, wenn Sie auch wirklich nur Zusatzinformationen in die Klammer setzen, die für das weitere Textverständnis nicht notwendig sind. Denn, Sie erinnern sich: Das, was in der Klammer steht, ist unabhängig vom restlichen Satz.

Das können Sie auch gut am Beispiel von Steffi Staaden (2016, S. 2017) sehen. Hier ist es noch einmal:

„Die Landwirte ernten Getreide (Gerste, Roggen und Weißen), Gemüse (Kartoffeln, Zuckerrüben und Sellerie) und Obst (Erdbeeren und Pflaumen).“

Der Satz ist auch ohne die Klammerzusätze sinnvoll, die Aufzählung weiterhin nachvollziehbar. Wenn ich diesen Satz lese, habe ich die freie Wahl, die Klammerzusätze zu lesen oder nur zu überfliegen.

Blöd wird es aber, wenn in den Klammern mehr steht als nur Zusatzinformationen. Wenn in den Klammern neue Gedanken auftauchen, die mit dem restlichen Satz gar nichts mehr zu tun haben. Und wenn ich vor lauter Klammern gar nicht mehr weiß, wo ich hinschauen soll.

Warum runde Klammern im Text (manchmal!) zu viel (des Guten) sind (und warum Sie es manchmal lieber lassen sollten, Klammern zu setzen)

Die große Stärke der runden Klammern dabei, den Satz zu strukturieren und den Leser zu führen, kann nämlich auch ihre größte Schwäche sein. Warum? Weil zu viele runde Klammern den Satz aufblähen. Außerdem können Sie mit Kommentaren möglicherweise wichtige Gedanken zu „Randerwähnungen“ degradieren. Und zu guter Letzt können Sie Ihren Text schwerer verständlich und sogar schwammig machen.

Kommentare und andere geistige Blähungen

Dazu schauen wir uns wieder das Beispiel mit dem Literaturbeleg in runden Klammern an. Ich könnte die runde Klammer nämlich auch nutzen, um den Literaturbeleg zu kommentieren:

„Selbst, wenn Ihr Auge gerade auf ein Wort fixiert ist, kann das schon ein bisschen „vorverarbeitet“ werden, was rechts vom momentanen Wort ist (ein Argument für diese Aussage ist eine Studie von Kliegl, Nuthmann & Engbert, 2006, doch die Annahme einer solchen „Vorverarbeitung“ ist umstritten, vgl. Reichle et al., 2009)“.

Was habe ich hier gemacht? Ich habe in der runden Klammer nicht nur einen Literaturbeleg platziert. Ich habe auch ein „neues Fass“ aufgemacht, nämlich eine wissenschaftliche Debatte am Rande erwähnt. Doch diese wissenschaftliche Debatte ist nicht trivial, sie hat einen eigenen Satz verdient und nicht nur eine Randerwähnung.

Außerdem habe ich einen zweiten Gedanken in den Satz eingeführt. Ich schreibe nicht nur, dass das „vorverarbeitet“ werden kann, „was rechts vom momentanen Wort ist“. Ich schreibe auf einmal auch ausführlich über etwas, was eigentlich nur am Rande erwähnt werden sollte, nämlich den Literaturbeleg. Dadurch „blähe“ ich die Klammer auf und mit ein bisschen Pech haben Sie am Ende der Klammer schon wieder vergessen, worum es im Satz eigentlich gehen sollte, und müssen ihn von vorne lesen. Deshalb ein Tipp für runde Klammern im Text:

Nutzen Sie die Klammer besser nicht für Kommentare. Schreiben Sie Kommentare lieber in den Fließtext in einen neuen Satz, vor allem, wenn sie wichtig sein könnten. Wenn die Kommentare nicht weiter wichtig sind, dann überlegen Sie sich, ob sie wirklich sein müssen oder ob es sich nur um „geistige Blähungen“ handelt.

In diesem Beispiel war ich noch „gnädig“, weil ich die Klammer ans Satzende gesetzt habe. Doch stellen Sie sich einmal vor, wie das aussehen würde, wenn die Klammer mitten im Satz wäre. Das könnte so aussehen:

„Die Landwirte ernten Getreide (Gerste, Roggen und Weizen; die Weizenernte wird aber wahrscheinlich eher schlecht ausfallen in diesem Jahr), Gemüse (Kartoffeln, Zuckerrüben und Sellerie, Letzteres zum ersten Mal in diesem Jahr) und Obst (Erdbeeren und Pflaumen, Äpfel wird es in diesem Jahr wegen Schädlingsbefall nicht geben, die Insekten haben alles zerstört)“ (Beispiel angepasst nach Staaden, 2016, S. 106).

Jetzt stehen in den Klammern nicht nur Unterbegriffe, sondern auch Kommentare zu jedem einzelnen. Selbst wenn Sie in diesem Fall beim Lesen entscheiden sollten, die Klammern zu überfliegen, sie sind viel zu lang. Deshalb ein weiterer Tipp für runde Klammern im Text:

Versuchen Sie, runde Klammern, wenn möglich, nicht mitten in den Satz zu setzen, sondern besser ans Satzende.

In diesem Beispiel geht das natürlich nicht, weil sich die Klammerzusätze auf die jeweiligen Oberbegriffe „Getreide“, „Gemüse“ und „Obst“ beziehen. Und wenn es nur bei den kurzen Zusätzen bleibt, ist es auch in Ordnung, nicht schön, aber in Ordnung. Doch dann sollte der Inhalt der Klammern auch wirklich nur auf das Notwendigste beschränkt bleiben, nämlich die Zusatzinformationen.

Wenn es jetzt auch noch Zusatzinformationen zu den Zusatzinformationen zu verarbeiten gibt, dann war es das mit Staadens (2016, S. 106) Argument, dass Klammerzusätze dem Gehirn dabei helfen, Zusatzinformationen in den Klammern aufzunehmen und dabei auf das Wesentliche konzentriert zu bleiben. Was ist denn dann noch „das Wesentliche“? Im schlimmsten Fall sieht Ihr Leser den Satz vor lauter Klammern nicht mehr. Vermeiden Sie das besser. Also ein weiterer Tipp für runde Klammern im Text:

Betreiben Sie „Klammerminimalismus“: Setzen Sie nur das in runde Klammern, was auch dort hineingehört.

Kommunizieren mit runden Klammern im Text: Wie Sie (absichtlich) schwammig schreiben können

Runde Klammern werden häufig auch eingesetzt, um eine Aussage entweder abzuschwächen, zu verstärken oder anders zu „veredeln“. Ein Beispiel aus einer Antwort auf einen (fiktiven!) Liebesbrief:

„Lieber Tobias,

danke für Deinen rührenden Liebesbrief. Ich muss Dir aber mitteilen, dass ich (leider) kein Interesse an Dir habe.

Deine Clara“.

Hier teilt Clara mir mit, dass sie kein Interesse an mir hat. Damit ich nicht allzu traurig bin, schwächt sie die Aussage ein wenig ab, in dem sie das „leider“ in runde Klammern setzt. Traurig bin ich trotzdem.

Clara könnte die Klammer auch ganz anders nutzen:

„Lieber Tobias,

danke für Deinen rührenden Liebesbrief. Ich muss Dir aber mitteilen, dass ich kein (!) Interesse an Dir habe.

Clara“.

Hier sieht es anders aus: Clara will offenbar nichts mit mir zu tun haben, weil sie das „kein“ mit einem Ausrufezeichen in einer runden Klammer verstärkt. Botschaft angekommen.

Mit Klammern können Sie also nicht nur markieren, sondern auch etwas aussagen. Blöderweise kann das nach hinten losgehen. Ein Beispiel dafür sehen Sie in meiner Überschrift für diesen Artikel:

„Zeichen setzen: Wann Sie (besser keine) Klammern im Text setzen sollten“

Was habe ich hier gemacht? Ich habe zwei Dinge gleichzeitig ausgedrückt:

  • „Wann Sie Klammern im Text setzen sollten.“
  • „Wann Sie besser keine Klammern im Text setzen sollten.“

Das ist ein Widerspruch: Der Satz kann zwei völlig gegensätzliche Dinge aussagen, je nachdem, ob Sie die Klammer lesen oder nicht. Das heißt: Es hängt von Ihnen ab, wie Sie diesen Satz verstehen. Wenn es hier um Kunst oder Ähnliches ginge, wäre das ein nettes rhetorisches und stilistisches Mittel, mit dem ich Sie zum Nachdenken anregen könnte.

Aber nicht alle Texte werden mit künstlerischen Absichten geschrieben. Manche Texte sollen in erster Linie einen bestimmten kommunikativen Zweck erfüllen. Das geht aber nicht, wenn Ihr Leser sich selbst aussuchen soll, wie er einen Satz verstehen kann. Im schlimmsten Fall muss er in seinem Gehirn einen Widerspruch verarbeiten, und das ist schon anstrengend genug. Fragen Sie sich also bei jeder Klammer:

Gibt die Klammer dem Satz einen neuen, möglicherweise widersprüchlichen Sinn? Wenn nein: Verzichten sie lieber auf die Klammer – es sei denn, Sie betreiben Kunst oder wollen sich absichtlich widersprüchlich ausdrücken.

Runde Klammern im Text: Der schmale Grat zwischen Lesbarkeit und Unlesbarkeit

Sie sehen: Runde Klammern können praktisch sein. Sie können Ihren Leser durch den Text leiten und Ihnen dabei helfen, Informationen zu strukturieren. Aber runde Klammern können auch geistige Blähungen enthalten, können Sätze schwer lesbar und schwammig machen.

Zum Abschluss gebe ich Ihnen ein paar Tipps, wie Sie sinnvoll mit runden Klammern im Text arbeiten können (wenn Sie wollen):

  • Setzen Sie nur das in runde Klammern, was dort auch hineingehört. Meiner Meinung nach sind das vor allem:
    • Literaturbelege
      • z. B.: „Schulz und Scholz (2018, S. 1) schreiben über den Sinn des Lebens.“
    • interne Textverweise
      • z. B.: „Wie schon erwähnt (siehe Kapitel 3) …“
    • Daten, Zahlenmaterial und statistische Werte
      • z. B.: „Männer (12 %) essen seltener grünes Gemüse als Frauen (85 %).“
    • notwendige Zusatzinformationen zu einem Wort
      • z. B.: „In Frankfurt (Main) ist es windiger als in Frankfurt (Oder).“
    • Abkürzungen, die Sie im weiteren Text nicht weiter ausschreiben möchten. Sie schreiben den Begriff dann aus, wenn Sie ihn zum ersten Mal nennen und verwenden danach nur noch die Abkürzung.
      • z. B. „Am 18. August 2006 trat das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft.“
    • Nutzen Sie runde Klammern besser nicht für Kommentare, die einen eigenen Satz verdient hätten. Sonst können Sie etwas Wichtiges zu einer Zusatzinformation degradieren.
      • z. B. statt: „Selbst, wenn Ihr Auge gerade auf ein Wort fixiert ist, kann das schon ein bisschen „vorverarbeitet“ werden, was rechts vom momentan fixierten Wort ist (ein Argument für diese Aussage ist eine Studie von Kliegl, Nuthmann & Engbert, 2006, doch die Annahme einer solchen „Vorverarbeitung“ ist umstritten, vgl. Reichle et al., 2009)“.
      • besser: „Es gibt Hinweise darauf, dass das „vorverarbeitet“ wird, was rechts momentan fixierten Wort ist (Kliegl, Nuthmann & Engbert, 2006). Doch das ist umstritten (Reichle et al., 2009)“.
    • Versuchen Sie, wenn möglich, Klammerzusätze am Satzende zu platzieren. Das gibt Ihrem Leser die Möglichkeit, sich besser für oder gegen das Lesen der Klammer zu entscheiden.
      • z. B. statt: „Männer (12 %) essen seltener grünes Gemüse als Frauen (85 %).“
      • besser: „Männer essen seltener grünes Gemüse als Frauen (Männer: 12 %; Frauen: 85 %).“ Die Satzaussage ist von den Zusatzinformationen abgegrenzt, Ihr Leser versteht sofort, worum es geht, und kann sich dann mit ausgeruhtem Geist der Zusatzinformation widmen.
    • Verzichten Sie auf Klammerzusätze, wenn sie den Satz mehrdeutig machen – es sei denn, Sie möchten absichtlich einen mehrdeutigen Satz schreiben.
      • z. B. statt: „Wann Sie (besser keine) Klammern im Text setzen sollten.“
      • besser: „Wann Sie besser keine Klammern im Text setzen sollten.“ Oder: „Wann Sie besser Klammern im Text setzen sollten.“
      • Entscheiden Sie sich für eine klare Aussage, wenn es erforderlich ist!

Literatur

Kliegl, R., Nuthmann, A., & Engbert, R. (2006). Tracking the mind during reading: The influence of past, present, and future words on fixation durations. Journal of Experimental Psychology: General, 135(1), 12–35. DOI: 10.1037/0096-3445.135.1.12

Reichle, E. D., Liversedge, S. P., Pollatsek, A., & Rayner, K. (2009). Encoding multiple words simultaneously in reading is implausible. Trends in Cognitive Sciences, 13(3), 115–119. DOI: 10.1016/j.tics.2008.12.002

Staaden, S. (2016). Rechtschreibung und Zeichensetzung endlich beherrschen. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

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