Auslassungspunkte …

Sie haben doch bestimmt schon mal diese drei Punkte gesehen und sich gefragt: „Was kann ich damit anfangen?“ Das und noch ein bisschen mehr erfahren Sie in diesem Artikel über Auslassungspunkte.

Auslassungspunkte

Doch jetzt geht es erst mal los. Und zwar mit einer grundlegenden Frage:

Was sind Auslassungspunkte?

Sie ahnen es: Auslassungspunkte sind Punkte, mit denen man zeigt, dass in einem Wort, Satz oder Absatz etwas ausgelassen wurde. Das klingt einfach, und theoretisch ist es das auch. Doch es gibt ein paar Dinge, die Sie unbedingt beachten sollten. Bevor wir dazu kommen, schauen wir uns aber erst mal an, wann Sie Auslassungspunkte benutzen können.

Sie können Auslassungspunkte benutzen, wenn …

  • … Sie in einem Zitat etwas auslassen,
  • … ein Wort unvollständig ist,
  • … eine Aussage unvollständig ist,
  • … Sie eine Pause im Text wiedergeben wollen.

Und das alles schauen wir uns jetzt in Ruhe an.

Auslassungspunkte in Zitaten

Auslassungspunkte in Zitaten benutzen Sie dann, wenn sie einzelne Textteile innerhalb eines Zitats auslassen. Dann kommen die Auslassungspunkte in eckige Klammern:

Mayer stimmt Maier nicht zu: „Der Sinn des Lebens ist nicht, sich ständig zu entspannen, sondern […] sich zu fordern.“

Das ist der bekannteste Einsatzbereich von Auslassungspunkten. Wenn Sie in Zitaten welche benutzen wollen, sollten Sie natürlich aufpassen, den Sinn der Aussage hinter dem Zitat nicht zu verfälschen, indem Sie zu viel auslassen. Das wäre blöd.

Auslassungspunkte bei einem unvollständigen Wort

Auch wenn ein Wort unvollständig ist, setzen Sie Auslassungspunkte:

Mein Lektor ist so ein A…

Hierbei ganz wichtig: Die Auslassungspunkte kommen direkt hinter den ersten Buchstaben des Wortes. Falsch ist:

Mein Lektor ist so ein A …

Wenn Sie also nur einen Wortteil auslassen, kommt kein Leerzeichen vor die Auslassungspunkte. Das gilt natürlich auch, wenn sie vor dem Wortteil stehen:

Der Ortsname endet mit „…heim“ oder „…hausen“.

Sie setzen nur dann ein Leerzeichen vor und nach Auslassungspunkte, wenn die Auslassungspunkte für ein vollständiges Wort oder mehrere Wörter stehen. Zum Beispiel dann, wenn Sie eine Aussage abbrechen.

Auslassungspunkte bei einer unvollständigen Aussage

Sie können Auslassungspunkte setzen, wenn Sie eine Aussage abbrechen:

Hast du etwa …?

So etwas finden Sie oft in Romanen und Kurzgeschichten. Wenn man das macht, will man meistens, dass sich die Leser selbst ihren Teil denken. Oder man will sprachlich aufs Bremspedal treten, eine Aussage verhallen lassen und ihr so mehr Nachdruck geben.

Sie können bei abgebrochenen Aussagen aber auch einen [Link]Gedankenstrich benutzen:

„Hast du schon die neue –“ Weiter konnte sie nicht sprechen, weil sie bemerkte, dass Ewald nicht allein war.

Was ist hier besser, Auslassungspunkte oder Gedankenstrich? Das ist Geschmacks- und Gefühlssache. Ich denke, der Gedankenstrich ist dann besser, wenn man zeigen will, dass ein Abbruch sehr abrupt ist, zum Beispiel weil jemand plötzlich aufhört zu reden. Wenn es aber eher darum geht, eine Aussage verhallen zu lassen, halte ich die Auslassungspunkte für passender. Aber das ist nur mein Geschmack …

Es spielt übrigens keine Rolle, ob die Aussage am Satzanfang oder -ende unvollständig ist. Sie kann genauso gut auch am Satzanfang unvollständig sein. Das ist nur etwas seltener. Manchmal finden wir so etwas in der Werbung. Oder in einem Filmtitel:

… denn sie wissen nicht, was sie tun

Was hier aber wichtig ist: Wenn Auslassungspunkte am Satzanfang stehen, wird danach kleingeschrieben. Es sei denn, nach den Punkten steht ein Name oder ein Hauptwort.

Natürlich können die Auslassungspunkte auch mitten im Satz stehen. Und auch dann steht davor und danach immer ein Leerzeichen – wenn das Wort vollständig ist. Also entweder:

„Ich … große Probleme … Geld …“ Das war alles, was Paul hören konnte, der Empfang war zu schlecht.

Oder:

„I…, ich habe große Probleme“, sagte Peter.

Im ersten Beispiel ist die ganze Aussage unvollständig, weil Paul wegen des schlechten Empfangs nicht alles hören kann. Im zweiten Beispiel ist ein einzelnes Wort unvollständig, vermutlich weil Peter stottert.

Nun kommen wir zum letzten Punkt:

Auslassungspunkte als Pausenzeichen

Sie können die Auslassungspunkte benutzen, um längere Pausen anzuzeigen:

„Ich weiß nicht … das kommt mir komisch vor“, sagte Peter.

Hier zeigen die Auslassungspunkte, dass Peter eine Sprechpause macht, weil ihm etwas komisch vorkommt. Das kann manchmal sinnvoll sein, denn vielleicht sind Punkt, Semikolon und Komma manchmal zu schnell. Das können Sie einmal selbst ausprobieren, indem Sie diese drei Sätze lesen:

  • „Ich weiß nicht. Das kommt mir komisch vor.“
  • „Ich weiß nicht; das kommt mir komisch vor.“
  • „Ich weiß nicht, das kommt mir komisch vor.“

Auch hier wäre theoretisch ein einfacher Gedankenstrich statt Auslassungspunkte möglich:

„Ich weiß nicht – das kommt mir komisch vor“, sagte Peter.

Sie können Auslassungspunkte übrigens nicht nur als Pausenzeichen in wörtlicher Rede benutzen, sondern auch in einem Geschehen:

Peter öffnete die Tür … sah sich um … suchte.

Auch hier sind Auslassungspunkte sinnvoll, wenn Punkt, Semikolon und Komma zu schnell sind. Und auch hier können Sie selbst ausprobieren, was besser wirkt:

  • Peter öffnete die Tür. Sah sich um. Suchte.
  • Peter öffnete die Tür; sah sich um; suchte.
  • Peter öffnete die Tür, sah sich um, suchte.

Welche Variante gefällt Ihnen besser?

Jetzt wissen Sie, wozu Sie die drei Punkte benutzen können. Doch was passiert, wenn Auslassungspunkte auf andere Satzzeichen treffen? Auf jeden Fall nichts Schlimmes …

Auslassungspunkte und andere Satzzeichen

Wenn Auslassungspunkte auf andere Zeichen treffen, gelten folgende Regeln:

Auslassungspunkte und Komma

Sie setzen kein Komma vor Auslassungspunkte, wenn Sie den Satz an einer Stelle abbrechen, an der ein Komma stehen müsste:

Und wenn sie nicht gestorben sind …

Ausgeschrieben würde das nämlich so heißen:

Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.

Etwas kniffeliger wird es bei Punkten.

Auslassungspunkte und Punkt

Einfach ist es noch, wenn Sie den Satz am Ende abbrechen. Dann sind die Auslassungspunkte nämlich auch das Satzendzeichen. Das heißt: Sie setzen dann keinen Punkt am Ende des Satzes mehr.

Und wenn sie nicht gestorben sind …

Falsch wäre es, einen Punkt hinter die Auslassungspunkte zu setzen. Anders sieht das natürlich bei Fragezeichen und Ausrufezeichen aus:

Hat Peter etwa wieder …?

Paul ist so ein …!

Aber Achtung: Der Punkt fällt natürlich nur dann weg, wenn er auch das Satzendzeichen sein soll. Wenn er zu einer Abkürzung gehört, bleibt er:

Peter war gebildet, sogar Dr. phil. …

So viel zu den wichtigsten Zeichensetzungsregeln bei Auslassungspunkten. Doch eine Frage haben wir uns noch gar nicht gestellt:

Wie kann ich korrekte Auslassungspunkte setzen?

Bestimmt kommt Ihnen diese Frage erst mal überflüssig vor. Ist doch ganz leicht: einfach drei Punkte hintereinandersetzen und gut ist. Doch ganz so leicht ist es nicht, denn wenn Sie einfach nur drei Punkte hintereinandersetzen, dann setzen Sie einfach nur drei Punkte hintereinander. Vielleicht korrigiert Ihr Textverarbeitungsprogramm diese drei Punkte automatisch zu korrekten Auslassungspunkten, ohne dass Sie etwas davon merken.

Wie können Sie selbst korrekte Auslassungspunkte setzen? Mit dem Ellipsenzeichen.

Das Ellipsenzeichen

Das Ellipsenzeichen ist ein Zeichen, das Sie statt drei einzelner Punkte benutzen. Hier ein Vergleich:

Ellipsenzeichen:

Drei einzelne Punkte:

Vielleicht fällt Ihnen auf, dass die drei Punkte beim Ellipsenzeichen einen geringeren Abstand haben als die drei einzelnen Punkte. Das sieht besser aus. Und: Wenn Sie in Ihrem Text Ellipsenzeichen statt einzelner Punkte benutzen, zeigen Sie Ihrem Leser, dass Sie wissen, was Sie machen.

Wie Sie ein Ellipsenzeichen machen können? Das hängt davon ab, mit welchem Textverarbeitungsprogramm Sie arbeiten:

  • Bei Linux und auf einem Mac müssen Sie nur zwei Tasten drücken, nämlich „Alt“ und „.“.
  • Bei einem Windows-PC müssen Sie mehrere Tasten drücken, nämlich „Alt“ und die Zahlenkombination „0133“ auf dem Ziffernblock.
  • In LaTex brauchen Sie den Befehl „\ldots“.

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